Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

 

Kreativität ist für mich von jeher eine der faszinierensten und prägensten menschlichen Eigenschaften – die Idee, etwas zu erschaffen, was vorher so nicht da war. Bis 2005 war ich jedoch nur ein gelegentlicher Besucher musealer Ausstellungen, der bis dahin nicht ansatzweise auf den Gedanken gekommen wäre, diese Kunstgattung als eigene Ausdrucksform zu wählen.
Doch 2006 ließ ich an einem schlaflosen Sonntagmorgen gegen 4.00 Uhr einen mir bis dahin unbekannten „Geist aus der Flasche“, indem ich aus irgendeinem mir unbekannten Grund begann, eine Leinwand mit Acrylfarben zu bearbeiten, die uns irgendjemand  irgendwann warum auch immer geschenkt hatte.
Seither (und seit 2016 hauptberuflich) male ich - wohl um dem was in mir ist oder sich in mir spiegelt Ausdruck zu verleihen - als gäbe es kein Morgen,  auch wenn ich selbst nicht immer genau verstehe, was gerade geschieht und mal Instrument, mal Dirigent und mal Komponist an Leinwand und Farbe bin.


 

Was inspiriert Sie? Wie finden Sie ihre Motive?

 

Die Impulse für meine Bilder finde ich überall im täglichen Leben. Sie gären solange in mir, bis oftmals ganz unerwartet eine Bildidee dazu entsteht und sich entwickelt.

Was mich beschäftigt ist die Auseinandersetzung mit komplexen Zuständen und Widersprüchen wie zum Beispiel Ästhetik - Komposition – Wachstum – Energie – Dynamik – Bewegung -  Freude – Schmerz – Liebe - Angst - Gewalt – Mitgefühl - Gier . . .


 

Wo entstehen Ihre Kunstwerke?

 

In meinem Atelier am Rande Berlins (Großziethen)

 

 

 

Wie haben Sie ihr künstlerisches Handwerk gelernt?

 

Durch autodidaktisch permanent ganzheitliches Reflektieren, Versuchen und Ausprobieren – Scheitern - erneutes Reflektieren -  erneutes Scheitern – erneutes Versuchen – erstes Gelingen – erstes Geniessen - erneutes Reflektieren - Üben,Üben,Üben - wiederholtes Gelingen –   Entwickeln – Modifizieren - anders Denken - anders Sehen - anders Gestalten - anders Versuchen …   

 

 

 

Was ist für Sie das Wichtigste, was jemals jemand über eines ihrer Kunstwerke gesagt oder geschrieben hat?

 

Eine Kundin hat einmal zu mir gesagt, dass meine Bilder mit ihr sprechen und sie diese und sich selbst darin stets neu und anders entdeckt.

 

 

Warum machen Sie Kunst?

 

Ich mache Kunst, weil sie eine andere Form der Auseinandersetzung ist, mit mir selbst, dem was mich umgibt und dem was mich angeht.

 

Und ich mache Kunst, weil Kreativität und die Fähigkeit, etwas zu erschaffen was vorher nicht da war, für mich Ventil und Nahrung zugleich sind.

 

Und schließlich mache ich Kunst, weil ich - auch wenn ich nicht davon leben muss - doch immer wieder zutiefst beeindruckt bin, wenn bekannte oder fremde Menschen meine Arbeit derart inspiriert, dass sie mitunter bereit sind bis zu mehrere tausend Euro dafür auszugeben, um diese zu einem Teil ihres Lebens zu machen.

 

    

 

Welche Techniken bevorzugen Sie und warum?

 

Anfangs habe ich (von einer kurzen Ölepisode abgesehen) wegen der Vielschichtigkeit meiner Bilder und des zügigen Trocknungsprozesses mit Acrylfarben auf Leinwand gearbeitet.

 

Inzwischen benutze ich neben den Acrylfarben auch immer wieder verschiedene Strukturpasten als Gestaltungsmaterial sowie neben dem Pinsel weitere Hilfsinstrumente.

 

 
 

Wie lange brauchen Sie in der  Regel für ein Kunstwerk?

 

Die meisten Bilder benötigen zu ihrer Entstehung einige Wochen.

 

Besonders komplexe und mitunter widerspenstige Arbeiten brauchen hingegen mehrere Monate (in Einzelfällen auch 1-2 Jahre) bis zu ihrer Fertigstellung.

 

Und dann gibt es noch die Bilder, wo alles an wenigen oder gar nur einem einzigen Tag „harmonisch“  so ineinander fließt wie verschiedene Flüssigkeiten in eine Flasche: die Idee – die gestalterische Energie – die Technik – das Material!  

 

 

 

Gibt es Menschen, die ihre Kunst beeinflusst haben?

 

Zunächst faszinierten mich wie so viele Menschen inbesondere die unterschiedlichen und vielschichtigen Arbeiten von Gerhard Richter.

Inzwischen lasse ich mich immer wieder punktuell von anderen bekannten wie weniger bekannten MalerInnen inspirieren, ohne dabei den sich entwickelnden und auch verändernden eigenen Ausdruck mitsamt all seiner für mich notwendigen Brüche aus dem Auge zu verlieren.